Saison 2015 / 2016.
Unter den besten 4 Europas.

Als Titelverteidiger war der Hockey Club Davos in der abgelaufenen Saison der Gejagte. Das Team spielte eine gute Qualifikation, die trotz der Mehrbelastung durch die Champions Hockey League mit dem zweiten Rang endete. Im Viertelfinal setzten sich die Davoser glatt mit 4 : 0 gegen die Kloten Flyers durch, im Halbfinal wartete dann aber ein bärenstarker SC Bern, der zuvor den Meisterschaftsfavoriten ZSC Lions ausgeschaltet hatte und im Final gegen Lugano den Meistertitel holte. Obwohl Davos alle vier Niederlagen mit nur einem Tor Unterschied kassierte, war man den Bernern über die ganze Serie gesehen deutlich unterlegen. Auf dem Papier unterschied sich die Equipe zwar nur marginal von der Meistermannschaft des Jahres zuvor. Doch zu viele Spieler konnten in dieser Serie nicht mehr die gleichen Leistungen wie im Jahr zuvor abliefern. Aus wirtschaftlicher Sicht konnte das Geschäftsjahr 2015 / 2016 nicht befriedigen. Mit der erstmaligen Selbstvermarktung des Spengler Cup konnten zwar die Nettoeinnahmen des Turniers gesteigert werden. Weiteres Verbesserungspotenzial wird aber noch zu realisieren sein. Nach der verlustreichen Schliessung des Restaurants Strozzi’s Spengler’s im Vorjahr, konnte der Gastrobereich wieder ein positives Resultat erzielen. Auch die Einnahmen aus Ticketing und Werbung entwickelten sich moderat positiv. Seine Ziele nicht erreicht hat das Projekt HCD-Partner 1921. Die hochgesteckten Erwartungen konnten – trotz markanter Steigerung – bisher nicht erfüllt werden. Der Gesamtverlust erklärt sich denn auch zu einem wesentlichen Teil durch die deutlich unter Budget gebliebenen Einnahmen aus diesem Projekt. Unter dem Strich verblieb aus dem professionellen Spielbetrieb nach Auflösung nicht mehr benötigter Reserven ein Defizit von knapp CHF 420 000.–.

Das Fanionteam mit einer guten Saison

Der Hockey Club Davos hat in der Schweizer Meisterschaft, der Champions Hockey League und am Spengler Cup jeweils das Halbfinal erreicht, aber keinen Titel gewonnen. Mit Erreichen des Halbfinals in den Playoffs und dem zweiten Rang in der Qualifikation der Schweizer Meisterschaft wurde das Minimalziel übertroffen. Bei der erstmaligen Teilnahme an der Champions Hockey League sorgte der HC Davos europaweit für positive Schlagzeilen. Trainer Arno Del Curto wollte mit aller Kraft nicht nur in den nationalen Rinks, sondern auch auf internationaler Ebene Spuren hinterlassen. Entsprechend fokussiert trat seine Mannschaft auf. Nach dem Gruppensieg eliminierten die Davoser in der Knock-out-Phase mit IFK Helsinki, Bili Tygri Liberec und Skellefteå AIK der Reihe nach Teams aus grossen Hockeynationen. Davos hat im Rahmen der Champions Hockey League nur drei von zwölf Partien gegen Spitzenteams aus Tschechien, Finnland und Schweden verloren. Am Schluss war Davos leistungsmässig näher am Final, als es das 1 : 6 -Halbfinal-Gesamtskore vermuten liess. Klaus Zaugg, viel gelesener Eishockeyjournalist, schrieb nach dem Ausscheiden des HCD aus der CHL: «Der HCD gehört zu den grossen Teams Europas, zu den besten Mannschaften ausserhalb der NHL.»

Kein Ruhmesblatt im Schweizer Cup

Wie schon in der Vorsaison konnte der Auftritt des Hockey Club Davos im Schweizer Cup dagegen nicht überzeugen. Bereits in der ersten Runde Ende September gegen den Erstligaverein EHC Dübendorf verlor man im Sechszehntelfinal mit 5 : 4 nach Verlängerung.

Spielerabgänge

Im Februar liess man Sven Ryser und Lukas Sieber ziehen, Ende der Saison verliessen Jan Brejcak, Samuel Guerra, Marcus Paulsson, Alexandre Picard und Devin Setoguchi den Hockey Club Davos. Am meisten schmerzen wird uns aber der Wechsel von Torhüter Leonardo Genoni zum SC Bern. Genoni hatte in neun Saisons einen grossen Anteil an den Erfolgen des HCD in dieser Zeit. Nachdem Genoni 2006 mit dem HC Davos den Spengler Cup bestritten hatte, wechselte er auf die darauffolgende Saison zum HCD und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der Top-NLA-Torhüter. In den neun Jahren mit Genoni im Tor gewann der HCD zweimal den Spengler Cup ( 2006 / 2011 ) und dreimal die Schweizer Meisterschaft ( 2009 / 2011 / 2015 ).

Stagnation bei den Junioren Elite A, Erfolge für die jüngeren HCD-Nachwuchsteams

Erstmals seit Längerem konnten sich die Junioren Elite A knapp nicht für die Playoffs qualifizieren. In den Playouts war dann aber die Ligazugehörigkeit nie in Gefahr. Die Novizen Elite erreichten den Playoff-Halbfinal und gewannen im kleinen Final die Bronzeme daille. Auch die HCD-Minis wurden gesamtschweizerisch Dritter und die HCD-Moskitos wurden Meister der Südostschweiz. Die grösste Aufmerksamkeit bekam der HCD-Nachwuchs aber mit den Einsätzen von mehreren Nachwuchsspielern in der ersten Mannschaft. Chris Egli, Jens Nater, Tino Kessler, Jerome Portmann, Sin Schläpfer und Nando Eggenberger konnten sich im Rahmen der Schweizer Meisterschaft, der Champions Hockey League oder der Spengler Cup -Spiele erstmals im professionellen Hockey zeigen.

Team Canada zurück auf dem Spengler Cup-Thron

Das Team Canada feierte mit einem knappen 4 : 3 - Sieg im Final gegen den HC Lugano seinen 13. Spengler Cup-Triumph. Mit einer makellosen Bilanz von drei Siegen spielte sich Team Canada bis in den Final. Die Kanadier bezwangen Avtomobilist Yekaterinburg und drängten Gastgeber Davos mit zwei Siegen im direkten Duell aus dem Turnier. Der HC Lugano kämpfte bei seiner zweiten Spengler Cup -Teilnahme erneut um den ersten Titel. Der Weg in den Final führte nach dem Auftakterfolg gegen die Adler Mannheim, der darauffolgenden Niederlage gegen Jokerit Helsinki, schliesslich über den Halbfinalsieg gegen Avtomobilist Yekaterinburg. In einem hochstehenden, temporeichen und spannenden Finalspiel gingen die Tessiner im ersten Drittel in Führung, ehe Canada noch vor der ersten Sirene ausgleichen konnte. Den Siegtreffer erzielte das Team Canada schliesslich elf Minuten vor Schluss zum 4 : 3. Ebenso emotional wie die spannenden Schlussminuten des Finals war der Abschied von OK-Präsident Fredi Pargätzi, der die Führung des Traditionsturniers nach 26 Jahren an seinen Nachfolger Marc Gianola übergab. Insgesamt war die 89. Turnierauflage ein grosser Erfolg bei Publikum und Medien. Alle elf Partien waren ausverkauft und der offizielle Broadcaster SRF durfte erneut hohe Einschaltquoten verbuchen.

Erfolgreiche erstmalige Selbstvermarktung des Spengler Cup

Erstmals seit Langem hat der HCD den Spengler Cup vollständig selbst vermarktet und auch die VIP-Hospitality selbst organisiert. Wie allseits von den Sponsoren und Gästen bestätigt wurde, war die neu aufgezogene interne Organisation der grossen Herausforderung in jeder Hinsicht gewachsen. Wesentliche Änderungen gegenüber den Vorjahren wurden bewusst nicht angestrebt, viele Besucher werden kaum bemerkt haben, dass eine ganz neue Organisation die Verantwortung für die Vermarktung und die VIP-Hospitality übernommen hatte. In den kommenden Jahren soll nun der neu gewonnene unternehmerische Spielraum genützt werden, um die Attraktivität des Turniers weiter zu steigern und damit den Spengler Cup als « must-go » im Schweizerischen Eventkalender weiter zu festigen.

Grosse Herausforderungen im Infrastrukturbereich

Immer drängender wird die Frage der Infrastruktur. Das gegenwärtige Stadion erfüllt einerseits die  Anforderungen der National League an Stadien der NLA nicht mehr vollständig. Andererseits sind aber auch Garderoben für die Gastmannschaften am Spengler Cup schlicht nicht mehr zumutbar. Und schliesslich limitiert die mehrheitlich veraltete Infrastruktur auch das Ertragspotenzial des HCD während der Meisterschaft und des Spengler Cup. Glücklicherweise hat die Gemeinde als Stadioneigentümerin den Ernst der Lage erkannt: Gegenwärtig läuft die Planung für eine umfassende Erneuerung der Arena. Wenn alles nach Plan verläuft, sollte das Projekt im Laufe des Jahres 2017 dem Davoser Volk zur Abstimmung vorgelegt werden. Es besteht also grosse Hoffnung, dass der HCD bis zu seinem 100-Jahr-Jubiläum über eine « kleine, aber feine » Spielstätte verfügt, die sicherstellen sollte, dass der Club und sein Spengler Cup-Turnier trotz aller geografischen Nachteile langfristig überleben kann. Zusätzlich zur Erneuerung der Arena wird aber auch der Bedarf nach einer Trainingshalle in Davos dringender. Mit der angelaufenen regionalen Zusammenarbeit im Nachwuchsbereich (primär EHC Chur, HC Prättigau-Herrschaft und SC Rheintal) wird auch mehr Eis benötigt. Auch in Chur könnte die Nachwuchsarbeit sehr viel intensiver und erfolgreicher betrieben werden, wenn eine zweite gedeckte Eisfläche zur Verfügung stünde. Der HCD ist mit den zuständigen Behörden und möglichen Sponsoren im Gespräch und hofft, auch in diesem Bereich mittelfristig Lösungen zu finden.

HCD-Gönnerorganisationen

Die im Jahre 1989 gegründete Gönnervereinigung HCD Club ’89 zählt weiterhin gut 300 Mitglieder. Diese teilen sich je zur Hälfte in Firmen- und Privatmitgliedschaften auf. Der HCD Kristall Club geht bereits in seine 11. Saison. Die beiden Supporter-Clubs unterstützen den professionellen Eishockeybetrieb des Hockey Club Davos und ermöglichen mit ihren Beiträgen ( zusammen mit den Einnahmen aus dem Spengler Cup ), dass unser geografisch stark benachteiligter Club gegen die Eishockeyunternehmen aus den grossen Städten bestehen kann.


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