Saison 2014 / 2015.
Der 31. Meistertitel.

Viele hatten dem Hockey Club Davos – Ausgabe 2014 / 2015 – sportlich nicht allzu viel Kredit gegeben. Nach einem überraschend guten Saisonstart und einer Baisse vor und nach dem Spengler Cup erreichte das Team in der Qualifikation den fünften Rang. Die Zielvorgabe Halbfinal wurde nach der gewonnenen Viertelfinalserie gegen den EV Zug erreicht. Doch die junge Equipe hatte noch nicht genug. Weder der SC Bern im Halbfinal noch die ZSC Lions im Final konnten den Hockey Club Davos auf dem Weg zum 31. Meistertitel stoppen. Arno Del Curto hatte den über mehrere Jahre geplanten schwierigen Neuaufbau der Mannschaft in Rekordzeit und mit überzeugendem Erfolg abgeschlossen. Aus wirtschaftlicher Sicht bringt das Geschäftsjahr 2014 / 2015 das erwartete und angekündigte grosse Defizit. Die Hoffnung, dass der Verlust kleiner als budgetiert ausfallen würde, erfüllte sich leider trotz des sportlichen Erfolgs nicht. Die konsolidierte Jahresrechnung weist ein Defizit von etwas über CHF 2,5 Millionen aus. Aufgrund dieser erwarteten finanziellen Durststrecke strebte der Hockey Club Davos aber schon frühzeitig eine Kapitalerhöhung von mindestens CHF 3,0 Millionen an und konnte in der Folge Zeichnungen von nicht weniger als rund CHF 4,8 Millionen verbuchen. Auf der Ertragsseite konnten dank der sportlich erfolgreichen Play-off-Phase zwar Mehreinnahmen im Ticketing, im Sponsoring und im Merchandising verzeichnet werden. Aufgrund der schlechten Platzierung in der Qualifikationsphase ergaben sich aber wenig Play-off-Heimspiele und damit natürlich auch nur relativ bescheidene Zusatzeinnahmen. Beim Aufwand fielen neben den Zahlungen an die übrigen Klubs der Liga wegen des Spengler Cup vor allem auch höhere Investitionen in Personal und Infrastruktur an. Diese mussten getätigt werden, um die Selbstvermarktung des Spengler Cup aufzugleisen. Diese Mehrkosten sollten sich mittelfristig in Mehreinnahmen beim Spengler Cup auszahlen. Dazu kamen naturgemäss die Prämien für die 1. Mannschaft. Deutlich negativ auf das Gesamtergebnis wirkte sich der Geschäftsverlauf des Profitcenter Restauration aus. Es gelang nicht, den Betrieb des Lokals Strozzi’s Spengler’s in die Gewinnzone zu führen. Nachdem hier die wirtschaftliche Minimalvorgabe des Verwaltungsrates verfehlt wurde, ist der Betrieb per 30. April 2015 eingestellt worden. Damit ergab sich dann ein weiterer erheblicher Abschreibungsbedarf.

Das Fanionteam überrascht alle «Experten»

Ab Ende September und bis in den November hinein sahen wir einen geradezu brillanten Hockey Club Davos. Das Team begeisterte Zuschauer und Medien mit einem schnellen und spektakulären Spiel und führte die Tabellenspitze über Wochen mit mehreren Punkten Vorsprung an. Ab Dezember bis zum Ende der Qualifikationsphase kam die Konstanz abhanden, die Niederlagen häuften sich und das Team rutschte auf den fünften Qualifikationsrang ab. Der Viertelfinalgegner EV Zug startete als Favorit in die Serie, verlor aber gleich das erste Heimspiel in der Bossard Arena mit 1 : 6. Davos begeisterte wieder mit seinem Tempospiel und punktete mit allen vier Linien. In den folgenden Spielen verlor der Hockey Club Davos dann jeweils seine Heimspiele mit einem Tor Unterschied, gewann aber alle Spiele in Zug. Erst im sechsten Spiel in Davos kam dann der erste Heimsieg in der Vaillant Arena zustande. Damit war die Serie mit 4 : 2 für den Hockey Club Davos entschieden. Im Halbfinal wartete der SC Bern. Im Eröffnungsspiel in der Postfinance Arena waren die Hauptstädter über weite Strecken überlegen, doch Davos rettete sich ins Penaltyschiessen und konnte dieses für sich entscheiden. Danach war der Hockey Club Davos nicht mehr zu bremsen und zog mit einem «Sweep» ( Gewinn einer Serie ohne Niederlage ) in den Final ein. Die Finalserie gegen die ZSC Lions versprach Hochspannung und spektakuläre Spiele. Zürich wurde seiner Favoritenrolle zu Beginn im Hallenstadion gerecht und gewann das erste Spiel diskussionslos mit 3 : 0. Es war nach fünf Play-off-Auswärtssiegen zum ersten Mal wieder eine Niederlage des Hockey Club Davos in einem fremden Stadion. Doch es sollte die letzte Niederlage der Saison werden. Davos gewann die nächsten vier Spiele und wurde ( für fast alle ) überraschend, aber überzeugend Schweizer Meister 2014 / 2015. Etwas weniger erfolgreich war der erste Auftritt des Hockey Club Davos im Schweizer Cup. Auf den Sieg gegen den HC Thurgau folgte das wenig ruhmreiche Ausscheiden gegen unsere Freunde des EHC Visp im Achtelfinal. Immerhin konnten beide Gegner ausverkaufte Stadien feiern, womit einer der Hauptzwecke des Wettbewerbs, nämlich die Unterstützung der unterklassigen Vereine, erreicht wurde. Am Ende der Saison verliessen Gregory Hofmann, Ville Koistinen, Janick Schwendener, Luca Camperchioli und Patrick Schommer den Hockey Club Davos. Zu reden gaben aber vor allem die Rücktritte von Reto und Jan von Arx. Die beiden Brüder hatten 19 bzw. 20 Jahre  für den Hockey Club Davos gespielt und prägten während dieser «Epoche» den Rekordmeister wie wenige Spieler vor ihnen. Je sechs Meistertitel und vier ( Reto ) bzw. fünf ( Jan ) Spengler Cup Titel sammelten die legendären Nummern 83 und 78 in ihrer Karriere. Beiden Spielern gebührt an dieser Stelle ein spezieller und hochverdienter Dank! Für Jan von Arx geht das Engagement für den Hockey Club Davos zudem seit dem 1. August 2015 als Nachwuchstrainer weiter.

Erfolge für den HCD-Nachwuchs

In der vergangenen Saison 2014 / 2015 erkämpften sich die Junioren Elite A die Bronze-Medaille, die Novizen Elite erreichten den Play-off-Viertelfinal und auf der Mini Stufe konnte man sogar den ( inoffiziellen ) Schweizer Meistertitel feiern. Wichtiger als diese Resultate ist aber, dass mit Chris Egli, Jens Nater, Tino Kessler und Sin Schläpfer weitere vier Nachwuchsspieler auf dem Sprung in die erste Mannschaft sind. Eine Umstrukturierung gab es auf die Saison 2015 / 2016 hin bei den Nachwuchstrainern. Neu für die Junioren Elite A zuständig ist der Schwede Anders Olsson, der zuletzt als U20-Trainer bei HV71 Jönköping äusserst erfolgreich gearbeitet hat. Nachwuchschef René Müller übernahm die Novizen Elite Mannschaft, Jakub Volek und Jan von Arx die Mini- und Moskito-Stufen und Axel Heim ist weiterhin für die Piccolo- und Bambini-Teams zuständig. Weiterentwickelt wurde die regionale Zusammenarbeit im Nachwuchsbereich. Neben dem SC Rheintal und dem HC Prättigau-Herrschaft stiess nun auch der EHC Chur offiziell dazu. Damit soll zukünftig allen Jugendlichen aus der Region die Möglichkeit geboten werden, auf der für jeden individuell optimalen Stufe und mit der für ihn möglichen und gewünschten Intensität zu trainieren und sich weiterzuentwickeln. Alle Talente aus der Region sollen so die Chance bekommen, an die Junioren Elite A und gegebenenfalls an die Nationalliga A Mannschaft des Hockey Club Davos herangeführt zu werden.

Genève-Servette HC wiederholt seinen Spengler Cup Triumph

Genève-Servette feierte mit einem 3 : 0 im Final gegen Salawat Julajew Ufa den zweiten Spengler Cup Sieg in Serie. Die Grenats überzeugten am Turnier von A bis Z und waren ein verdienter Titelverteidiger. Der Gastgeber Hockey Club Davos verlor das Halbfinalspiel gegen Salawat Julajew Ufa mit 3 : 4 nach Penaltyschiessen. Insgesamt war die 88. Turnierauflage ein weiterer Erfolg bei Publikum und Medien. Zehn der elf Partien waren ausverkauft und der offizielle Broadcaster SRF durfte erneut hohe Einschaltquoten verbuchen.

Neue Herausforderungen im HCD-Managementbereich

Mit dem Entscheid, den Spengler Cup selber zu vermarkten, kamen neue und aufwendige Aufgaben auf die Geschäftsstelle des Hockey Club Davos zu. Durch die Eigenvermarktung verspricht sich der Verwaltungsrat mehr unternehmerische Handlungsfreiheit, Eigenständigkeit und Flexibilität sowie mittelfristig Mehreinnahmen. Damit diese Ziele erreicht werden, wurden eine Eventmanagerin und ein Verkäufer Spengler Cup engagiert. Dazu wurde die vakante Stelle im Ticketing-Bereich neu besetzt, dies in Verbindung mit Kommunikationsaufgaben im Bereich Hockey Club Davos und Spengler Cup. In der Vermarktung kam es zu grösseren Wechseln bei den Sponsoren. Calanda und BMW ersetzen als neue Hauptsponsoren die auslaufenden und nicht mehr verlängerten Verträge der langjährigen Partner Feldschlösschen und Skoda. Repower konnte angesichts der sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation der Energieindustrie ihren Sponsoringvertrag ebenfalls nicht erneuern. Vögele Shoes und Schenker Storen konnten als neue Co-Sponsoren des Hockey Club Davos akquiriert werden. Calanda wurde zudem auch neuer Gold Partner des Spengler Cup; Skoda bleibt dem Davoser Traditionsturnier weiterhin als Gold Partner verbunden.

HCD-Gastrobereich mit finanziellen Problemen

Bedauerlicherweise konnten die erhofften Ziele im Gastrobereich nicht erreicht werden. Nachdem das Restaurant Strozzi’s Spengler’s trotz reduziertem Personalaufwand und gleichbleibendem Umsatz, aber hohen Infrastrukturkosten und betriebsnotwendigen Abschreibungen einen negativen EBIT von CHF 188 000.– auswies, beschloss der Verwaltungsrat die Einstellung des Betriebs per Ende April 2015. Damit waren dann nochmals sehr erhebliche zusätzliche Abschreibungen zu verbuchen. In der Vaillant Arena konnten die Umsätze, primär aufgrund der fünf zusätzlichen Play-off-Spiele gegenüber der Saison 2013 / 2014, mit CHF 352 000.– deutlich gesteigert werden. Bei der Umsatzbeteiligung beim Restaurant Nordside resultierte eine Zunahme von CHF 8000.–. Negativ wirkte sich ein Umsatzrückgang im Restaurant TIME-OUT von CHF 134 000.– aus, was insgesamt für den Bereich Restauration ohne Strozzi’s Spengler’s einen Reingewinn von CHF 326 500.– erbrachte. Für das kommende Geschäftsjahr hat die Geschäftsleitung Korrekturen für das Restaurant TIME-OUT vorgenommen, die den Bereich auf einen Reingewinn analog der Saison 2013/2014 ( rund CHF 390 000.– ) zurückführen sollen.

HCD-Gönnerorganisationen

Die im Jahre 1989 gegründete Gönnervereinigung HCD Club ’89 zählt gut 300 Mitglieder. Diese teilen sich je zur Hälfte in Firmen- und Privatmitgliedschaften auf. Der HCD Kristall Club geht bereits in seine 11. Saison. Die beiden Supporter-Clubs unterstützen den professionellen Eishockeybetrieb des Hockey Club Davos und ermöglichen mit ihren Beiträgen ( zusammen mit den Einnahmen aus dem Spengler Cup ), dass unser geografisch stark benachteiligter Club gegen die Eishockeyunternehmen aus den grossen Städten bestehen kann. Die 13-jährige Stiftung HC Davos Hockey Academy unterstützt die Nachwuchsarbeit des Hockey Club Davos durch Beiträge an die Infrastruktur und die Personalkosten im Bereich Nachwuchsausbildung. Neu soll die Stiftung nicht mehr ausschliesslich auf den Hockey Club Davos fokussiert sein, sondern die regionale Zusammenarbeit im Nachwuchs-Ausbildungsbereich ( HC Davos, EHC Chur, HC Prättigau-Herrschaft, SC Rheintal und eventuell auch weitere Beteiligte ) unterstützen. Die Herbert Batliner Stiftung unterstützt die Nachwuchsausbildung von professionellen Hockeyspielern im Kanton Graubünden vornehmlich durch die Gewährung von Stipendien. Die Beiträge dieser Gönnerorganisationen an den professionellen Hockeybetrieb wie auch an die Nachwuchsausbildung sind essentiell für das Überleben des Hockey Club Davos. Sie seien an dieser Stelle ganz herzlich verdankt.

Geschäftsstelle zieht ins Herbert Batliner Haus

Im Oktober 2014 konnte die HCD-Geschäftsstelle die neuen Räumlichkeiten im Herbert Batliner Haus beziehen. Das Haus wurde von der Herbert Batliner Stiftung erworben und umgebaut und wird nun von dieser vermietet. Die Mieteinnahmen kommen dann wieder der Förderung der Nachwuchsausbildung zugute. Am 22. Dezember 2014 wurde das Haus von Pfarrer Kurt Susak gesegnet und im Beisein des Stifters Prof. Dr. Dr. Herbert Batliner feierlich eingeweiht. Im Erdgeschoss sind die Büros der HCD-Geschäftsstelle und des Sportbereichs untergebracht. Ausserdem steht hier auch ein grosser Sitzungsraum zur Verfügung. Die Wohneinheiten in den oberen Stockwerken werden durch die Herbert Batliner Stiftung verwaltet und vornehmlich durch die von der Stiftung geförderten Nachwuchsspieler, aber auch von weiteren ( in der Regel dem Hockey Club Davos nahestehenden ) Personen bewohnt.

Voller Elan in eine herausfordernde Zukunft

Der Hockey Club Davos hat sich in den letzten Jahren in vielen Bereichen professionalisiert. Im Fanionteam folgt nach der Erneuerung der Mannschaft hoffentlich eine Phase der Konstanz. Im Nachwuchsbereich geht die überregionale Kooperation der vier Klubs HC Davos, EHC Chur, HC Prättigau-Herrschaft und SC Rheintal in die erste volle Saison. Die Spengler Cup Organisation wurde aufgestellt und wird in Kürze ihr erstes Turnier in Eigenregie durchführen. Der Gastrobereich steht nach einem Rückschlag vor einem Neuanfang und muss sich nun beweisen. Wirtschaftlich wird entscheidend sein, dass die strukturellen Budgetvorgaben sowohl bei der ersten Mannschaft wie auch auf der Geschäftsstelle eingehalten werden. Damit dies gelingt, sind weitere Sparmassnahmen nötig. Auch auf der Einnahmenseite sind weitere Erfolge wichtig. Grosse Projekte wie die Sanierung der Vaillant Arena oder der Bau einer Trainingshalle stehen an und werden uns in der nahen Zukunft stark fordern. Der Verwaltungsrat blickt mit Optimismus in die Zukunft, wohl wissend, dass die Realisation und die Finanzierung dieser Projekte keineswegs einfach sein wird. Wir danken allen unseren Aktionären, Vereinsmitgliedern, Fans, Sponsoren, Partnern und Gönnern für ihre Grosszügigkeit und Treue zum Hockey Club Davos. Ohne diese Unterstützung wäre der 31. Meistertitel nicht möglich gewesen. Und alle zusammen werden wir den Pokal hoffentlich bald zum 32. Mal in die Höhe stemmen.

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