Saison 2012 / 2013.
Das fehlende Glück.

Als schwierig und kurz geht die Saison 2012/13 in die HCD-Annalen ein. Verletzungsserien schwächten die Mannschaft schon früh und so befindet sich das Team trotz attraktiver Verstärkungen während des NHL-Lockouts lange in Sichtweite des ominösen Strichs, der die Playoff- von den Playout-Teams trennt. Gegen Schluss der Regular Season ist ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar und der Mann-schaft gelingt der Vorstoss auf den fünften Qualifikations-Rang. Im Playoff-Viertelfinal warten wie im Vorjahr die ZSC Lions. Die Stein-böcke gehen in der Serie mit 3:1 in Führung, aber dann kommt es wiederum zu verletzungsbedingten Ausfällen. Zudem finden mehrere Schlüsselspieler im harten Playoff-Kampf nicht mehr zu ihrer Bestform. Bei den Zürchern läuft in den verbleibenden Spielen alles rund und der HCD verpasst im ausverkauften Hallenstadion mit einem 0:2 im siebten Spiel den Einzug ins Halbfinale. Im Gegensatz zur Meisterschaft gelingt dem HCD im Spengler Cup dank konstant guter Leistungen der Finaleinzug. Dort allerdings wird er vom hochkarätig besetzten Team Canada dominiert, das sich seinen 12. Turniersieg sichert.

Ende zweier Mythen und Abschluss der Tschechen-Ära

Der HCD hat im laufenden Jahrhundert fünf Schweizermeister-Titel gewonnen – die letzten vier jeweils im Zweijahresrhythmus 2011, 2009, 2007 und 2005. Nun ist die sportlich erfolgreichste Mannschaft des letzten Jahrzehnts zweimal infolge im Viertelfinale ausgeschieden und die Serie des Titelgewinns in den ungeraden Jahren ist somit gerissen. Ein zweiter Mythos findet ebenfalls ein Ende, die Unbesiegbarkeit des HCD in einem siebten Playoff-Spiel. Aber auch in dieser speziellen Sparte bleiben die Davoser mit ihrem Headcoach Arno Del Curto Rekordmeister. Zwischen 1998 (Lugano) und 2009 (Kloten) kam es achtmal zum Showdown in einem siebten Playoff-Spiel. Der Sieger hiess stets HCD. Eine dritte Tradition ist ebenfalls Geschichte geworden: Alle HCD-Tschechen verabschieden sich nach Saisonende vom Club. Josef Marha war der polyvalenteste unter ihnen. Zwölf Jahre trainierte und spielte er im Landwassertal und wurde so zum treusten und wertvollsten ausländischen Stammspieler, den der HCD je in seinen Reihen hatte.

Ausgeglichenes Jahresergebnis dank Sonderbeitrag Kristall Club sowie Ertragssteigerungen im Ticketing und Catering

Nach dem Millionenverlust wegen Mehrwertsteuerrückstellungen im Vorjahr schliesst die konsolidierte Jahresrechnung 2012/13 der Hockey Club Davos AG mit einem Gewinn von CHF 23 569.35 ab. Dieses positive Unternehmensergebnis ist grosszügigen Sonderbeiträgen des Kristall Clubs zur Finanzierung der NHL-Spieler sowie substantiellen Mehreinnahmen im Ticketing und im Catering zu verdanken, bei gleichzeitiger Einhaltung einer strengen Budgetdisziplin. Während der Dauerkartenerlös stabil blieb, nahm der Einzelticketverkauf erfreulicherweise um rund 10 Prozent zu. Zwei Faktoren brachten uns mehr Zuschauer ins Stadion: Zum einen die Magnetwirkung der beiden Topstars Joe Thornton und Rick Nash, die während des NHL-Lockouts ihr zweites Davoser Gastspiel gaben. Ertragsfördernd waren zum andern die beiden zusätzlichen Heimspiele im Playoff, ging die Serie im Gegensatz zum Vorjahr doch über die maximale Dauer von sieben Partien. Eine deutliche Ertragszunahme verzeichnete die Gastronomiesparte des HCD. Einerseits stieg der Pro-Kopf- Umsatz im Stadioncatering, anderseits erarbeitete das ganzjährig geöffnete Restaurant Time-Out markante Frequenz- und Umsatzsteigerungen ausserhalb des Eishockeygeschäfts.

Spengler Cup – das traditionsreichste Aushängeschild des Schweizer Eishockeys

Unser internationales Einladungsturnier erlebte bei seiner 86. Durchführung einen absoluten Höhepunkt, NHL-Lockout sei Dank! Experten und Fans im Stadion – aber auch die Millionen von TV-Zuschauern vor ihren Bildschirmen – wurden Zeugen des wohl besten Spengler Cups seit Menschengedenken. Über zwanzig NHL-Stars sind in der letzten Dezemberwoche in Davos. Sie repräsentieren eine Lohnsumme von über 100 Millionen Dollar, was annähernd der gesamten Lohnsumme aller zwölf NLA-Klubs in einer Saison entspricht. Das Turnier und die sechs involvierten Teams «produzieren» sechs Tage lang grossartigen Sport und 208 Stunden TV-Berichterstattung, während der Spielbetrieb in der Schweiz und usnahmsweise auch in Nordamerika ruht! OK-Präsident Fredi Pargätzi nutzt die Gunst der Stunde und kommuniziert bereits Mitte April, dass im Dezember 2013 zwei nordamerikanische Teams am Spengler Cup teilnehmen werden: das Team Canada und die Rochester Americans, das AHL-Farmteam aus der NHL-Organisation der Buffalo Sabres.

Der Mannschaftsumbau befindet sich auf guten Wegen

Wie bereits im Geschäftsbericht 2011/12 angetönt, gehört die schrittweise Kadererneuerung zu den Top-Prioritäten der HCD-Verantwortungsträger. Arno Del Curto ist daran, einen neuen Kern von Schlüsselspielern heranzubilden. So dürfte beispielsweise Rückkehrer Andres Ambühl eher früher als später in die Rolle des HCD-Leitwolfs hineinwachsen. Andere, jüngere Kräfte haben sich in den letzten zwei, drei Jahren gut entwickelt, sodass auch sie zu starken Mannschaftsstützen werden. Der Umbau im Fanionteam macht auch vor den Ausländern nicht halt, was dazu führt, dass in der kommenden Saison gleich alle vier Söldner-Positionen neu besetzt werden. Neben drei erfahrenen skandinavischen Spielern stösst erstmals ein junger Verteidiger aus der höchsten kanadischen Juniorenliga OHL zum Team. Zudem werden wie jedes Jahr junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs probeweise ins Team geholt.

Positive Entwicklung der HCD-Gastronomiesparte

Im Oktober 2012 gründeten das Zürcher Gastronomieunternehmen Strozzi’s und der Hockey Club Davos die Strozzi’s Spengler’s Gastro AG. Ende November folgte die Eröffnung des Restaurants mit angegliederter Spor tlounge. Per 1. Juli 2013 ändern sich die Modalitäten des Joint Ventures in dem Sinne, dass der HCD Mehrheitsaktionär wird und auch die operative Führung des Betriebs übernimmt. Mit diesem Schritt wird die Strategie der Ertragsausweitung im Gastrobereich bekräftigt. Kernbetrieb bleibt das Restaurant Time-Out im Spor tzentrum, das schon länger in Eigenregie betrieben wird. Die dritte Gastrosäule bildet das Stadioncatering mit diversen Getränke und Verpflegungsständen. Weiterhin fremdverpachtet bleibt das Stadionrestaurant Nordside. Die HCD-Gastronomiespar te erwirtschaftete im Berichtsjahr einen Reingewinn von CHF 394 000.–, was einer Zunahme von 89 % gegenüber der Vorperiode entspricht.

Dank HCD Kristall Club und Club’89 bleiben die Finanzen im Gleichgewicht

In der Saison 2012/13 erhöhten sich auf der Aufwandseite insbesondere die Lohnkosten. Vor allem verursachte das Engagement von insgesamt drei NHL-Spielern während des Lockouts einen ausserordentlichen Mehraufwand. Moderat erhöhten sich auch die Lohnkosten des Stammkaders aufgr und von Anpassungen bei Ver tragsverlängerungen bzw. bei Neuverpflichtungen. Ins Gewicht f ielen aber vor allem die erstmals fällig werdenden substanziellen Abgeltungszahlungen an die Schweizer NLA-Clubs im Rahmen des neuen Spengler-Cup-Vertrags. Die Mitglieder des HCD Kristall Clubs haben sich in verdankenswerter Weise bereit erklärt, neben den ordentlichen Beiträgen namhafte Sonderfinanzierungsbeiträge zu leisten, was entscheidend dazu beitrug, das Berichtsjahr verlustfrei abzuschliessen. Nicht weniger verdienstvoll sind indessen die Mittelzuschüsse vonseiten des Clubs’89 und der Stiftung HCD Hockey Academy. Ohne deren Unterstützung liesse sich die HCD-Nachwuchsförderung nicht mehr im gleichen Ausmass f inanzieren. Last but not least danken wir auch der Herber t-Batliner-Stiftung für ihre Förderbeiträge zugunsten von talentierten Jungspielern in Graubünden.

Führungswechsel auf der Geschäftsstelle des Hockey Clubs Davos

Am 1. Juli 2013 übernimmt Bill B. Mistura die Leitung der HCD-Geschäftsstelle. Er löst Peter Baetschi ab, der diese Funktion während neun Jahren inne hatte. Während der Amtszeit von Peter Baetschi hat sich die von ihm geführte HCD Management AG sehr positiv entwickelt. Es ist ihm gelungen, Schritt für Schritt markante Verbessungsmassnahmen umzusetzen, so insbesondere in der Sponsorenbetreuung, im Ticketing und Merchandising und bei der Erneuerung des Markenauftritts. Auch bei der Koordination verschiedener Bauprojekte hat er sich intensiv und erfolgreich engagiert. Mit Bill. B. Mistura konnte ein Nachfolger gewonnen werden, der als erfahrener Marketing- und Verkaufsspezialist die Welt des Spitzensports und des Event Managements sehr gut kennt.

 Ein grosses Dankeschön an die grosse HCD-Familie

Der Hockey Club Davos ist ein äusserst vitales, vielfältiges « Biotop», das nicht nur in Gelb-Blau, sondern in allen Regenbogenfarben strahlt. Seit 92 Jahren schon hinterlässt der HCD seine Leuchtspuren weit über Stadt und Landschaft Davos hinaus. Der Verwaltungsrat und der Vereinsvorstand sind erfreut und dankbar, dass so viele Fans und Freunde das Feuer der HCD-Begeisterung weitertragen oder es wieder neu entf achen, wenn es einmal da oder dort ein bisschen mehr Sauerstoff braucht. Unser Dank richtet sich an alle unsere Mitarbeitenden, alle Spieler, alle freiwilligen Helferinnen und Helfer und selbstverständlich auch an unsere Aktionäre, Vereinsmitglieder, Fans, Sponsoren, Partner und Gönner. Sie alle tragen dazu bei, dass der HCD auch künftig kräftige Farbakzente im Schweizer Eishockey setzen kann.

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