Saison 2011 / 2012.
Eine Saison für die Statistik.
Die Saison 2011/12 unter dem Titel «Pleiten, Pech und Pannen» abzubuchen, wäre übertrieben, beendete das Fanionteam doch die Regular Season auf dem zweiten Platz, punktgleich mit dem EV Zug. Dazu kam an Silvester der 15. Spengler-Cup-Sieg gewissermassen als Krönung des Jubiläumsjahrs «90 Jahre HCD». Die Playoffs allerdings verliefen enttäuschend, indem es dem nachmaligen Meister ZSC Lions gelang, die Serie mit 4:0 Siegen für sich zu entscheiden. Eine Kombination von Negativfaktoren hat zu diesem überraschend frühen Ausscheiden geführt. Haupthandicap waren zum einen lang anhaltende Verletzungsserien während der ganzen Saison und zum anderen deutliche Formschwächen wichtiger Spieler im Playoff. Zudem stand die Glücksgöttin Fortuna für einmal überhaupt nicht auf Davoser Seite, und so nahm die «Mission Titelverteidigung» ein unerwartet schnelles Ende.

Vorsorgliche Mehrwertsteuerrückstellung verursacht Millionenverlust

In fünf der letzten sechs konsolidierten Jahresabschlüsse konnte die Hockey Club Davos AG stets ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren. Einzig vor zwei Jahren gab es einen kleinen Rückschlag. Nach frühem Ausscheiden im Playoff-Viertelfinal war 2010 ein Verlust von CHF 199 000.– entstanden. Dass nun im Geschäftsjahr 2011/12 ein Minus von fast CHF 1,1 Mio. in den Büchern steht, hat mit dem laufenden Geschäftsgang wenig zu tun. Natürlich blieb der kürzest mögliche Verbleib im Playoff mit nur zwei Heimspielen nicht ohne Einfluss auf die Ertragsrechnung. So reduzierte sich der Nettoertrag im Vergleich zum Vorjahr um mehr als CHF 1,2 Mio. Aber diese Mindereinnahmen konnten beim Personalaufwand dank des erfolgsabhängigen Vergütungssystems kompensiert werden. Der aus-gewiesene Millionenverlust ist insbesondere auf den einmaligen Sondereffekt einer Mehrwertsteuerrückstellung von CHF 1,67 Mio. zurückzuführen. Mit dieser Rückstellung wird eine Altlast bereinigt, die bis ins Jahr 2000 zurückreicht. Im Anhang zur konsolidierten Jahresrechnung finden sich unter Position 11 «Rückstellungen» detaillierte Erläuterungen zu dieser unter Fachexperten höchst umstrittenen Nachforderung der Eidg.  Steuerverwaltung für die Jahre 2000 bis 2010. In anderen Worten: Ohne die erwähnte Vorsorgemassnahme wäre das Geschäftsjahr 2011/12 operativ mit einem ausgeglichenen Ergebnis in die HCD-Finanzgeschichte eingegangen.

Schrittweise Kadererneuerung hat erste Priorität

Der sportliche Rückschlag nach einem sensationell erfolgreichen Jahrzehnt mit fünf Meistertiteln seit 2002 gibt uns die Gelegenheit, da und dort über die Bücher zu gehen, Bestehendes zu hinterfragen und Verbesserungsmöglichkeiten noch konsequenter umzusetzen. Revolutionäre Neuerungen wird es allerdings nicht geben. Die grösste Herausforderung besteht nämlich darin, junge Spieler mit echtem Zukunftspotenzial ins Team zu integrieren. Dabei geht es naturgemäss um einen mehrjährigen Prozess. Die mittlerweile getätigten Transfers und die Mannschaftsaufstellung für die kommende Saison 2012/13 zeigen, dass Arno Del Curto die Verjüngung der ersten Mannschaft zielstrebig an die Hand genommen hat. Allerdings zieht es hochkarätige Talente heute vermehrt nach Nordamerika und nicht unbedingt ins Landwassertal. Umso wichtiger wird die Professionalisierung des Bereichs «Scouting», für den beim HCD seit Frühjahr 2012 der frühere Nationalliga-Trainer Bruno Aegerter zuständig ist. Die  Nachwuchsförderung ist bekanntlich die Kernaufgabe des Vereins Hockey Club Davos. Auch dort werden neue Mittel und Wege gesucht, um den steigenden Anforderungen bei der Talentsuche gerecht zu werden. Eine gute Möglichkeit bietet sich durch partnerschaftliche Kooperationen mit befreundeten Clubs im In- und Ausland. So konnte mit dem SC Rheintal und den Dornbirner Bulldogs ein vielversprechender Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen werden. Auch mit Vereinen aus dem Kanton Graubünden soll künftig eine noch engere Zusammenarbeit angestrebt werden.

Spengler-Cup-Zukunft dank finanziellen Konzessionen mittelfristig gesichert

Über ein Jahr lang hat die HCD-Führung mit der Nationalliga bzw. den elf Flachlandklubs über die Einhaltung der Spengler-Cup-Pause zwischen Weihnachten und Neujahr verhandelt. Schliesslich wurde eine Zehnjahreslösung vereinbart, die dem HCD bis zum Jahr 2021 die Spengler-Cup-Woche freihält, was allerdings mit einer finanziellen Abgeltung von insgesamt CHF 8 Mio. in den nächsten zehn Jahren verbunden ist. Parallel dazu wurde auch über den Spengler-Cup-TV-Vertrag mit dem Schweizer Fernsehen verhandelt. Diese Verhandlungen dauern an. Der Spengler Cup ist nicht nur die zentrale finanzielle «Lebensader» unseres Bergklubs – er verkörpert auch einen wesentlichen Teil schweizerischer Eishockeykultur und geniesst eine sehr hohe Wertschätzung weit über unsere Landesgrenzen hinaus. Umso befremdlicher mutet es an, dass die HCD-Verantwortungsträger bei ihrem Kampf um die Zukunftssicherung ihres Traditionsturniers von Verbandsseite praktisch ohne Unterstützung geblieben sind.

Gezielte Expansion in den Bereichen Gastronomie und Eventmarketing

Der Besuch eines Eishockeyspiels in Davos ist für die meisten HCD-Fans aus den Bündner Talschaften und noch mehr für solche aus dem Unterland ein Gesamterlebnis, bei dem man sich gerne auch kulinarisch verwöhnen lässt. Es liegt auf der Hand, dass sich hier für den HCD interessante Perspektiven eröffnen, den Matchbesucherinnen und -besucher n mit massgeschneiderten Angeboten entgegen - zukommen, sei dies beim Stadion-Catering oder auch anderweitig. Zusammen mit dem bekannten Zürcher Gastronomieunter nehmen Strozzi’s wird auf Beginn der Wintersaison 2012/13 in der neu erstellten Liegenschaft an der Promenade 45 gegenüber dem Rätia-Shopping ein Restaurant mit angegliederter Sportbar eröffnet. Dank dieser innovativen Kooperation präsentieren sich die drei Topmarken Strozzi’s, HCD und Spengler Cup Einheimischen und Gästen an einem äusserst attraktiven Standort. Inzwischen entwickelt sich das seit nunmehr eineinhalb Jahren vom HC Davos geführte Restaurant Time Out stetig in eine positive Richtung.

Zwei Stiftungen und zwei Gönnervereine stehen hinter dem HCD

Der Hockey Club Davos schätzt sich glücklich, gleich von mehreren Gönnervereinigungen unterstützt zu werden. Im Dezember 2011 ist mit der Herbert Batliner Stiftung eine neue gemeinnützige Organisation geschaffen worden, die ihren Zweck darin sieht, talentierte Eishockeyspieler im Alter von 16 bis 20 Jahren im Kanton Graubünden zu fördern, insbesondere durch Ausrichtung von Stipendien zur schulischen und beruflichen Ausbildung. Die Stiftung trägt den Namen des bekannten Liechtensteiner HCD-Freundes und Mäzens Prof. Dr. Dr. Herbert Batliner. Ebenf alls der nachhaltigen Nachwuchsförderung widmet sich die 2002 gegründete Stiftung HCD Hockey Academy. Ihre Unterstützungsbeiträge tragen u. a. dazu bei, zusätzliche Profitrainer für die HCD-Junioren zu f inanzieren. Von absolut existenzieller Bedeutung sind natürlich die zwei HCD-Gönnervereinigungen Kristall Club und Club ’89. Beide Organisationen haben aufg rund ihrer Finanzkraft den Status eigentlicher HCD-Leistungsträger. Darüber hinaus sind sie dank ihrer vielseitigen und attraktiven gesellschaftlichen Aktivitäten sehr wichtige und wer tvolle Mitglieder der HCD-Gemeinschaft.

«Fliegender Wechsel» im HCD-Verwaltungsrat

An der HCD-Generalversammlung vom 29. Oktober 2011 kam es beim Traktandum «Wahlen» zu Mutationen: Der bisherige Vizepräsident Gaudenz F. Domenig hat Tarzisius Caviezel an der Spitze des Verwaltungsrats abgelöst. Neu ins oberste HCD-Gremium aufgenommen wurden Arthur Decurtins und Heinz Saner, beides HCD-Kernaktionäre und Gründungsmitglieder des HCD Kristall Clubs. Der langjährige Verwaltungsrat Rober to Lombardini übernahm neu das Vizepräsidium des HCD. Tarzisius Caviezel hatte die Führung des HCD 2004 in einer existenzbedrohlichen Krise übernommen. Gemeinsam mit einer starken Task Force ist es ihm damals innert sehr kurzer Zeit gelungen, den f inanziellen Turnaround zu schaffen und den Club wirtschaftlich zu stabilisieren. Während seiner Präsidialzeit ist der HCD vier mal Schweizer Meister geworden und hat zweimal den Spengler Cup gewonnen. Tarzisius Caviezel ist von der Generalversammlung mit Akklamation zum Ehrenpräsidenten des Vereins Hockey Club Davos ernannt worden.

Der Dank des Verwaltungsrates und des Vereinsvorstandes kommt von Herzen

Eishockey ist im wahren Sinn des Wortes eine ganzheitliche Mannschaftssportar t. Egal auf welcher Fertigkeitsstufe ein Spieler steht, Mini, Piccolo oder eben National League A: Er muss immer mit Kopf, Herz und Hand bei der Sache sein, wenn er weiterkommen will. Herzenssache ist Eishockey aber auch für unsere Aktionäre, Vereinsmitglieder, Fans, Sponsoren, Partner und Gönner. Ihrer Grosszügigkeit und ihrer Treue zum HCD verdanken wir die Tatsache, dass wir auch im 91. Jahr unseres Bestehens eine jung gebliebene Organisation sind, die mit viel Schwung und Optimismus zu neuen Taten aufbricht.


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