Saison 2007 / 2008.
Saisonschluss im Halbfinal.
Der Weg in die Playoff-Halbfinals als sportlicher Höhepunkt

Würden wir die HCD-Saison 2007/08 aus Spielersicht kommentieren, dann müssten wir zugeben: es war eine unglaublich anforderungsreiche Spielzeit! Während acht Monaten wirbeln die Akteure der ersten Mannschaft in vier Ländern und absolvieren insgesamt 71 Pflichtspiele in der Meisterschaft und an drei Turnieren. Die sportliche Bilanz fällt mit dem dritten Rang in der Schweizermeisterschaft positiv aus. Die Turnierergebnisse am Red Bull Salute in Salzburg, am Spengler Cup Davos und am European Champions Cup in St. Petersburg erfüllen alles in allem die Erwartungen nicht ganz. In bester Erinnerung bleibt vor allem der sportlich hochstehende, heroische Kampf um den Einzug ins Halbfinale gegen den EV Zug. Obwohl der HCD in der Serie mit 0:3 zurückliegt, gelingt es den Gelbblauen in extremis, das Blatt noch zu wenden. Das deklarierte Saisonziel «Halbfinale» ist somit erreicht. Aber die mentalen und physischen Energiereserven sind dermassen strapaziert, dass unser Team im entscheidenden Moment nicht mehr zulegen kann und den frischeren ZSC Lions nach sechs Spielen den Weg ins Finale und zum Meistertitel freigeben muss.

Wirtschaftlich nach wie vor im grünen Bereich

Zum dritten Mal in Folge gelingt es uns, eine ausgeglichene Rechnung vorzulegen. Unter dem Strich verbleibt ein Gewinn von CHF 22000.–, was wir als Erfolg werten dürfen, zumal diesmal die Anzahl lukrativer Playoff-Heimspiele von 11 auf 6 zurückging. Striktes Kostenmanagement und ein erfolgs- und leistungsabhängiges Salärsystem haben zu diesem Ergebnis beigetragen. Auf der Einnahmenseite stützen wir uns auf das bewährte Fünfsäulenprinzip ab, das entscheidend dazu beiträgt, das finanzielle Gleichgewicht sicherzustellen. Allerdings sind wir uns bewusst, dass unser unternehmerischer Handlungsspielraum durch Faktoren eingeschränkt wird, die wir nur bedingt beeinflussen können. Dazu gehört nach wie vor die nur teilweise gelöste Stadionproblematik. Wir sind überzeugt, dass in den Bereichen Catering und Hospitality noch Ertragssteigerungen erzielbar sind. Voraussetzung dazu ist aber ein Stadion, das eine Komplett- und nicht nur eine Teilsanierung erfahren hat!

Spitzeneishockey als Hoch-Risikosportart

Die Führung einer professionellen Spitzensport-Organisation ist immer auf die eine oder andere Art ein Hochseilakt! Es ist in keiner Sportart einfach, sich dauerhaft einen Platz an der Sonne zu sichern. Der HC Davos darf auf eine enorm erfolgreiche Siebenjahr-Phase zurückblicken: Sieben mal im Playoff, fünf mal im Final und drei Meistertitel! Das ist die stolze HCD-Bilanz seit 2002. Dass wir die Meisterschaft 2007/08 auf dem dritten Tabellenplatz beenden konnten, grenzt an ein kleines Wunder: zwei Jungtorhüter ersetzen «unseren » NHL-Star Jonas Hiller bravourös. Sechs teilweise langzeitverletzte Spieler (Leblanc, Rizzi, Taticek, Gianola, Riesen, Blatter) bringen es mit sich, dass die Belastungen für die gesunden Akteure entsprechend grösser waren. Dass trotzdem – oder gerade deswegen? – bis zum Umfallen gekämpft wurde, ist mit ein Verdienst von Headcoach Arno Del Curto. Ein grosses Kompliment ihm und dem ganzen Trainer-Staff!

Auch in der Geschäftsführung braucht es Kämpfernaturen

Es ist wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass der Hockey Club Davos wirtschaftlich nur dann überleben kann, wenn er aus fünf ganz unterschiedlichen Finanzquellen ausreichend alimentiert wird. Es sind dies die Zuschauereinnahmen, die Werbe- und Sponsoringeinnahmen, die Catering-Erträge, die Gönnerbeiträge und – last, but not least – die Querfinanzierung durch den Spengler Cup. Es versteht sich von selbst, dass diese Quellen keine «Selbstläufer» sind. In all diesen Bereichen braucht es genau so professionelle und ausdauernde Arbeit wie im Sport. Disziplinen wie sportökonomisches Marketing oder Event-Management verlangen ein spezialisiertes Wissen und Können, das in früheren «Amateur-Zeiten» nur in Ansätzen existierte. Wir haben uns entschlossen, diese Aufgaben, wenn immer dies möglich und sinnvoll ist, in Eigenregie zu übernehmen. Eine Ausnahme bildet der Spengler Cup, der durch die international aktive Sportagentur IMG erfolgreich vermarktet wird und das Catering, das in einem Joint Venture mit Davos Tourismus betrieben wird.

Spengler Cup Davos: ein Publikumsmagnet und Imageträger erster Güte

Auch ein «Dauerbrenner» wie der Spengler Cup erfährt von Zeit zu Zeit grössere oder kleinere Veränderungen. Die 81. Auflage unseres internationalen Einladungsturniers begeisterte die zahlreichen Zuschauer mit spektakulären Spielen zwischen drei europäischen Spitzenmannschaften aus Russland, Tschechien und Deutschland, dem Team Canada und dem HC Davos. Oberhand behielt schliesslich das Team Canada, das damit seit 1984 seinen 11.Spengler-Cup-Turniersieg ins Trockene brachte. Der neue Vermarktungspartner IMG brachte spürbar frischen Wind nach Davos, was sich insbesondere im neuen visuellen Auftritt und im Hospitality-Bereich positiv bemerkbar machte. Aktuell beschäftigt uns die Frage, ob eine Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf sechs Mannschaften ab 2009 realisiert werden kann. Die Hauptmotivation für die mögliche Änderung des Turnierformats besteht darin, die Belastung für die teilnehmenden Teams zu reduzieren.

Zunehmende Professionalisierung im HCD-Nachwuchsbereich

Wer im Spitzeneishockey mitreden will, der sollte auch im Nachwuchsbereich auf der Höhe sein. Dieses Credo setzt der HCD seit Jahrzehnten sehr engagiert um. Die Davoser Nachwuchsarbeit ist in die Strukturen und den Aufgabenbereich des Vereins HC Davos eingebettet, angefangen bei den Mannschaften der Bambini bis hinauf zur Novizen-Stufe. Das Davoser Leitmotiv für die Youngsters lautet: «Lernen. Leisten. Lachen!» Damit ist klar, dass neben den sportlichen Zielen und der individuellen Talentförderung auch andere Aspekte stark gewichtet werden. Unsere Profi-Nachwuchstrainer sind befähigt, unseren jungen Spielern auch pädagogische Werte zu vermitteln. Teamspirit und Fairplay sind im Eishockey genau so wichtig wie technisches und taktisches Können, denn was man im Sport erlernt hat, kann auch im späteren Berufsleben von Nutzen sein.

Herzblut, Leidenschaft und viel ehrenamtliche Arbeit

Am Schluss unserer Berichterstattung 2007/2008 stellen wir eine etwas gewagte Behauptung auf. Wir sind überzeugt, dass die Davoser Eishockeykultur vom gelbblauen Herzblut lebt, das auf 1560 Meter über Meer mit enorm viel Power durch die Adern der HCD-Fans fliesst. Diesen Fans begegnen wir auf den Zuschauerrängen in der Vaillant Arena genauso wie in allen übrigen Stadien der Schweiz. Mitte Januar 2008 begleiteten uns nicht weniger als 400 Fans an den European Champions Cup nach St. Petersburg. Möglich gemacht hat diese eindrückliche Auslandsexpedition der HCD Kristall Club mit seinen äusserst grosszügigen Gönnern. Ein herzliches Dankeschön sei ihnen auch an dieser Stelle ausgesprochen! Zu danken haben wir aber rundherum auch unseren Mitarbeitenden, Partnern, Sponsoren, Club’89-Mitgliedern, freiwilligen Helfern, Freunden und Medienschaffenden, die uns Jahr für Jahr mit ihrem Support und ihrem Goodwill tatkräftig zur Seite stehen. Wir schätzen uns glücklich, gemeinsam mit der grossen «HCD-Familie» ein weiteres Kapitel der langen HCD-Geschichte in Angriff zu nehmen.

Erstellt mit Mozello - dem schnellsten Weg zu Ihrer Website.

 .